Lebenslauf: Inhalte, Gliederung, Chronologie

Einleitung

Der tabellarische Lebenslauf sollte nur 2 bis maximal 3 Seiten lang sein. Aber was soll drin stehen? Was ist wichtig, was kann weggelassen werden und möglicherweise erst in einem persönlichen Gespräch erwähnt werden? Und wie soll er strukturiert sein? Darauf und auf viele weitere Fragen geben wir Antworten.

Ihr primäres Ziel muss sein: Sie müssen sich in möglichst kurzer Zeit dem Leser bzw. Adressat Ihres Lebenslaufs (Ihrer Bewerbung) so präsentieren, dass er a) Sie und Ihr Potential sofort erkennt und b) er das von Ihnen denkt, was Sie wollen, das er es tut!

Unser Tipp: Nach Fertigstellung Ihres Lebenslaufs nehmen Sie diesen, lesen Sie ihn 1  bis 1,5 Minuten durch und laufen dabei durch Ihre Wohnung (oder geben Sie Ihren CV einem Dritten, der es so machen soll). Danach fragen Sie sich oder den Dritten: Hat er (Sie) alles verstanden? Konnten Sie den CV zu Ende lesen? Weiß er, wer Sie sind und was Sie können?

Wieso Sie das tun sollen? Personal-Manager (oft auch HR Manager od. Personaler genannt) haben oft nicht mehr als diese 1-2 Minuten Zeit, sich mit einem CV zu beschäftigen und sich ein Bild von Ihnen zu machen. Oft sind sie dabei abgelenkt oder auf dem Weg zum nächsten Meeting …

Inhaltsübersicht zu diesem Artikel:

Struktur & Gliederung

Die für einen tabellarischen Lebenslauf übliche Struktur bzw. Gliederung sieht wie folgt aus:

  • Persönliche Angaben:  Stammdaten wie Adresse, Kontaktdaten, Alter, Geburtsort, Bild etc.
  • Ausbildung: Schulische, berufliche sowie akademische Ausbildung
  • Berufliche Angaben: berufliche Angaben sowie Angaben über Praktika
  • Kenntnisse, Fähigkeiten: Dazu gehören auch Weiterbildungen und sonst. Qualifikationen

Die Überschriften sind nur ein erster Anhaltspunkt und können selbstverständlich beliebig erweitert werden.

Zeitliche Angaben immer vor die einzelnen Stationen schreiben in folgender Form: MM/JJJJ (also bspw. 07/2012). Eine Tagesangabe ist i.d.R. nicht notwendig.

Expertentipp zur Gewichtung einzelner Stationen im Lebenslauf: Sollte Sie einem speziellen Punkt eine besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen wollen, dann stellen Sie ihn als eigenständigen Punkt mit Überschrift dar (bspw. Studium getrennt von restl. Aus- und Weiterbildung), weniger wichtige Punkte stellen Sie ans Ende Ihres Lebenslaufs.

Reihenfolge & Chronologie

Ob Sie mit Ihrer Ausbildung (chronologisch) oder zuerst mit Ihrer beruflichen Laufbahn beginnen bleibt Ihnen überlassen. Nicht unüblich und sinnvoll ist es, nach einigen Jahren Berufserfahrung mit dem beruflichen Werdegang zu beginnen. Wenn Sie mit der Berufserfahrung beginnen, dann sollte die aktuelle Position an erster Stelle stehen (absteigend chronologisch, sprich retrograd).

Reihenfolge für Berufserfahrene:

(mehr als 3 Jahre Berufserfahrung, mehr als ein Arbeitgeber)

Der Einsatz eines rückwärts chronologischen Lebenslauf bietet sich dann an, wenn Sie über einen lückenlosen Lebenslauf verfügen und Ihre aktuelle Funktion bzw. Tätigkeit aussagekräftig bzw. richtungsweisend für den Job ist, auf den Sie sich bewerben.

  • Persönliche Daten & Bild
  • Berufliche Daten (& Praktikum) – beginnen mit dem aktuellen Job und dann chronologisch „rückwärts“ (retrograd) aufzählend
  • Ausbildung – rückwärts chronologisch, also beginnend mit der höchsten Ausbildung
  • Kenntisse & Fähigkeiten – chronologisch, Weiterbildungen auch retrograd, also mit der aktuellsten Weiterbildung beginnend

Vorteile des rückwärts chronologisch (retrograd) Lebenslaufs sind:
Wichtigste zuerst: Die letzten Jahre Ihrer Berufserfahrung stehen am Anfang und werden entsprechen betont und sofort wahr genommen.
Unwichtiges zum Schluß: Weniger relevante Themen, etwa Schulabschlüsse, erscheinen am Schluß.
Akzeptanz: Diese Lebenslaufart ist mittlweile weit verbreitet und anerkannt, sowie bei Fach- und Führungskräften vorherrschend.

Nachteile des rückwärts chronologisch Lebenslaufs sind:
Nachteilige Betonung der erwerbsfreie Zeit: So stehen Arbeitslosigkeit oder Elternzeit im Vordergrund und  werden an dieser Stelle zu sehr betont. In diesem Fall müssen Sie den Leser Ihres Lebenslaufs auf Ihre besondere Eigenschaften und bisherige Erfahrungen lenken und somit von Ihrer erwerbsfreien Zeit ablenken. Wichtig ist, dass der Leser Ihre Stärken und das, was Sie darstellen wollen, wahrnimmt. Dies erreichen Sie, indem Sie beispielsweise nach den persönlichen Daten zunächst eine Zusammenfassung Ihrer bisherigen beruflichen Erfahrungen und Eckpunkte aufzählen oder mit der letzten aktuellen Weiterbildungsmaßnahme beginnen und erreichen so, dass sich der Leser auf etwas anderes als Ihre erwerbsfreie Zeit fokusiert.

Reihenfolge für Berufseinsteiger:

(Berufsanfänger, Studenten, Auszubildende, Young Professionals, Trainees …)

Sie kommen gerade von der Uni, haben soeben Ihre Ausbildung beendet oder sind noch bei ihrem ersten Job. Aufgrund Ihrer geringeren Berufserfahrung steht Ihre Ausbildung noch im Vordergrund. Darüber hinaus ist diese Art möglicherweise die Richtige, sofern Sie eine erwerbslose Zeit hatten (Arbeitslosigkeit, Elternzeit etc.)

  • Persönliche Daten & Foto
  • Ausbildung – chronologisch
  • Berufliche Daten (& Praktikum) – chronologisch
  • Kentnisse & Fähigkeiten – chronoglisch

Inhalte

Expertentipp zur Gewichtung einzelner Stationen im Lebenslauf: Sollte Sie einem speziellen Punkt eine besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen wollen, dann stellen Sie ihn als eigenständigen Punkt mit Überschrift dar (bspw. Studium getrennt von restl. Aus- und Weiterbildung), weniger wichtige Punkte stellen Sie ans Ende Ihres Lebenslaufs.

Angaben des Landes: Die Angabe des Landes nach der Angabe des Ortes ist nur bei internationalen Bewerbungen wirklich notwendig; oder bei einem Lebenslauf, der seinen Ursprung in verschiedenen Ländern hat (Ausbildung in den USA, Jobs in Frankreich, Deutschland etc.)

Gehalt: Gehören Ihre Gehaltsvorstellungen in den Lebenslauf? Nein, im Lebenslauf selbst nicht. Wird in der Anzeige danach gefragt, sollten Sie Ihre Gehaltsvorstellungen im Anschreiben formulieren. Geben Sie immer eine Bandbreite von … bis an. Die Angabe einer Bandbreite zeigt eine gewisse Flexibilität und lässt Ihrem Gegenüber etwas Verhandlungsspielraum. So beenden Sie die Gespräche durch die Formulierung eines Fixgehalts nicht schon bevor Sie überhaupt begonnen haben. Dem Headhunter sollten Sie Ihre Gehaltsvorstellungen immer möglichst schnell mitteilen. Bei einer Bewerbung direkt beim Unternehmen können Sie bis zum Interview damit warten (telefonisches oder persönliches Interview), sofern nicht wie vorher schon beschrieben explizit vorher danach gefragt wurde.

Eintrittstermin: Sollte nach dem früstmöglichen Eintrittstermin gefragt werden, sollten Sie diese Fragen unbedingt im Anschreiben beantworten. Dieser Termin hängt oft von Projektzeiten, Kündigungsfristen und Wettbewersklauseln ab.

Über den speziellen Informtationsbedarf eines Headhunter klären wir Sie in dem Artikel „Welche Informationen benötigt der Headhunter“ auf.

Perönliche Angaben
  • Vorname, Nachname: Vollständigen Namen angeben (u.U. auch Geburtsname)
  • Adresse: Private Anschrift
  • Kontaktdaten: Private Telefonnummer / Handy sowie E-Mail-Adresse. Bitte spezifizieren Sie Ihre Erreichbarkeit in Form von Datum und Uhrzeit (bspw. immer abends ab 18 Uhr mobil erreichbar oder Anrufbeantworter – man wird Sie aber selten mehr als zwei- bis drei Mal anrufen…). Diese Kontaktdaten sollten immer schnell verfügbar sein – also i.d.R. auf der ersten Seite des Lebenslaufs.
  • Geburtsdatum, Geburtsort: Datum sollte es sein, mindestens jedoch Alter (bei deutschen Bewerbungen). Die Ortsangabe ist optional und wichtig bei internationalen Bewerbungen. Hier wäre die Angabe über das Geburtsland auch vorteilhaft. Dies lässt Rückschlüsse auf Nationalität, mögliche Mobilität und Sprachen zu.
  • Familienstand: Optional – zur Auswahl stehen: Ledig, verheiratet, geschieden, in fester Beziehung (LAG), getrennt lebend, geschieden, verwitwet. Diese Angaben sind aber nicht notwendig und werden zunehmend unüblich. Dies gilt ebenso für die Angabe über die Anzahl und das Alter der Kinder. Diese Angabe dient u.a. dazu, um Rückschlüsse über Ihre Mobilität oder Umzugsbereitschaft zu ziehen. Die Frage ist immer: Wo bewerben Sie sich? sollte es ein Unternehmen sein, dass auf Traditionen sehr viel Wert legt, dann sind solche Angaben sicherlich vorteilhaft.
  • Staatsangehörigkeit: Optional, sofern Sie sich international bewerben möchten.
  • Konfession: Optional, eher nicht notwendig. Ausnahme: Bewerbungen bei kirchlichen Trägern wie bspw. Krankenhäusern etc.
  • Eltern: Optional, aber nicht mehr notwendig, daher zu vernachlässigen.
Ausbildung

Hier gehören folgende Ausbildungsstationen hinein:

  • Grundschule: Sollten Sie schon länger berugstätig sein, können Sie diesen Punkt weglassen.
  • Weiterführende Schule
  • Oberstufe (Abitur)
  • Ausbildung (bspw. Lehre)
  • Wehr- und Zivildienst
  • Studium

Die Reihenfolge hängt von Ihrer Erfahrung ab. Grundsätzlich ist es kein Fehler, immer mit der höchsten Ausbildungsstufe zu beginnen und sich dann zeitlich rückwärts zu arbeiten.

Die Angabe von Noten ist nicht zwingend und nur sinnvoll, wenn es sich um eine gute bis sehr gute Leistung handelt.

Auch Wehr- bzw. Zivildienst kann hier erwähnt werden sofern Sie dies nicht als eigenständigen Punkt hervorheben wollen. Generell gilt: Sollte Sie einem dieser Punkt eine besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen wollen, dann stellen Sie ihn als eigenständigen Punkt mit Überschrift dar (bspw. Studium getrennt von restl. Aus- und Weiterbildung)

Berufliche Daten

Berufliche Laufbahn

Geben Sie hier in tabellarischer Form Ihre bisherigen Berufsstationen an. SEHR wichtig ist, dass Sie sich nicht nur auf das Datum von … bis in der Form von MM/JJJJ, den Namen der Firma, deren Ort und Ihre Funktion beschränken, sondern auch in Stichpunkten (in Form einer Aufzählung) den Inhalt, Ihre Aufgaben und Verantwortlichkeiten (Umsatz/Budget Verantwortung, Mitarbeiterverantwortung, Einkaufsbudget usw.) sowie Ihre Erfolge erwähnen und kurz beschreiben.

Zeitliche Sortierung

  • Chronologisch „vorwärts“: Wenn Sie sich am Beginn Ihrer beruflichen Laufbahn befinden
  • Chronologisch „rückwärts“: Sie beginnen mit Ihrem aktuellen Job, wenn Sie bereits seit längerer Zeit im Berufsleben stehen. Diese Lebenslaufart ist mittlweile weit verbreitet und anerkannt, sowie bei Fach- und Führungskräften vorherrschend.

Beispiel Eintrag

01/2002 – 12/2010                Musterfirma, Musterstadt, Deutschland

Internationales Unternehmen in der Automobilzulieferindustrie, Schwerpunkt Herstellung von Antriebssystemen, 23.000 Mitarbieter, 1.200 Mrd. EUR Umsatz

Position: Leiter Marketing

Tätigkeit:

– Berichtet an den Head of European Marketing

– Ausarbeiten und Umsetzen von Marketingstrategien

– Planen von Kampagnen

– Budgetverantwortung 2010: EUR 120 Mil.

– Führen von 25 Mitarbeitern, davon 3 Teamleiter

– Erfolge waren … gewonnen Kunden sind …

Praktikum

Bitte erwähnen Sie nur die Praktika in Ihrem Lebenslauf, die auch relevant für den Job sind, auf den Sie sich bewerben. Ein Praktikum, welches Sie in der neunten Klasse gemacht haben, spielt kaum noch eine Rolle. Immer wichtig zu erwähnen sind Auslandsaufenthalte. Die Darstellung entspricht der „Beruflichen Daten“

Sollten Sie noch Student sein, so erwähnen Sie das Praktikum nach Ihrer Ausbildung oder führen es als Teil der chronologischen Abfolge einfach in die Ausbildung ein.

Kenntnisse & Fähigkeiten

Die unten aufgeführten Punkte können Sie, sofern Sie diese als Schwerpunkte in Ihrem Lebenslauf besonders hervorheben wollen, auch immer als eigenständige Punkte aufführen. Folgende Informationen gehören dazu:

  • Sprachkenntnisse: Neben der Sprache ist auch eine Einschätzung Ihrer Sprachfähigkeit wichtig. Folgende Einteilung ist empfehlenswert: Grundkenntnisse, Gute Kenntnisse, sehr gute Kenntnisse, fließend in Wort und/oder Schrift, verhandlungssicher, Muttersprache
  • Weiterbildungen: Datum und Art der Weiterbildung. Sollten es viele sein, so lohnt es sich darüber nachzudenken, ob man einen eigenen Abschnitt „Weiterbildungen“ in den Lebenslauf einfügt.
  • Publikationen
  • Führerschein: Die einzelnen Klassen aufzählen. Nur notwendig, wenn es für den Beruf erforderlich ist.
  • Hobbys, Persönliche Interessen: Geben Sie hier persönliche Eigenschaften und berufliche Erfahrungen an. Bei Hobbys etwas was fit hält (Sport) oder was Sie bildet (Kurse, Lesen), was Sie integriert (Vereinsarbeit) und/oder etwas triviales (Musik, wandern, kochen). Nichts angeben was mit Gewalt (Kickboxen) zu tun hat oder auf ein hohes Verletzungsrisiko (Drachenfliegen) hindeutet.
Abschluß / Unterschrift

Ort, Datum, Unterschrift (fällt bei einer Online-Bewerbung natürlich weg). Mit der Unterschrift verbürgt sich der Kandidat für die gemachten Angaben, daher können bewusst falsch gemachte Angaben möglicherweise strafrechtlich relevant sein.

Bewerbungsfoto

Unsere Empfehlung: Beauftragen Sie einen professionellen Fotografen mit der Erstellung eines Bewerbungsfotos und kommen Sie nicht auf die Idee, dies selbst zu übernehmen. Investieren Sie das Geld, auch wenn es aufgrund der Möglichkeiten am heimischen PC oft verführerisch wirkt, sich diese Investition zu sparen.

Anordnung: Das Bewerbungsfoto gehört auf die erste Seite des Lebenslaufs in das obere Drittel. Ob eher rechts- oder linksseitig ist Geschmackssache, in den seltensten Fällen ist mittig die richtige Wahl. Die übliche Größe des Bewerbungsfotos ist ca. 4,5cm x 6cm, allerdings sollten Sie das abhängig von dem Ihnen zur Verfügung stehenden Platz machen.

Deckblatt

Möchten Sie Ihrem Lebenslauf ein Deckblatt voran stellen, sollte folgendes vermerkt sein:

  • Großes Bewerbungsfoto (bis zu ca. 7 cm Breite x 10 cm Höhe)
  • Vollständiger Name (Vor- und Nachname)
  • Kontaktdaten wie Adresse, Telefonnummer und E-Mail

Optional können Sie noch angeben:

  • Grund der Bewerbung: Bewerbung als „kaufmännischer Geschäftsführer“
  • Personalisiert an Empfänger/Firma: Bei der Firma Mustermann AG
  • optional zusätzlich: Zusammenfassung / Aufzählung Ihrer Stärken und Erfahrungen
  • optional zusätzlich: Zusammenfassung / Aufzählung Ihrer Schwerpunkte Ihrer bisherigen Tätigkeiten
  • optional zusätzlich: „Inhaltsverzeichnis“ bzw. Aufzählung der „Anlagen“

Weiterführende Informationen zu dem Thema Deckblatt: Lebenslauf: Deckblatt Inhalt und Gliederung.

Kostenlose Deckblatt-Vorlagen finden Sie hier: Dokumenten-Vorlagen Deckblätter

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