Initiativbewerbung beim Headhunter

Sinn und Unsinn einer Initiativbewerbung

Es macht grundsätzlich immer Sinn, sich bei einem Personalberater vorzustellen und ihm Bewerbungsunterlagen zur Verfügung zu stellen – sofern Sie sich im Vorfeld gründlich informiert haben, denn Serienbriefe sind hier eher kontraproduktiv.

Je zielgerichteter Sie passende Personalberatungen ansprechen, desto größer werden Ihre Erfolgsaussichten. Folgende Vorgehensweise ist grundsätzlich zu empfehlen: Informieren Sie sich im Vorfeld über die Personalberatung und rufen Sie anschließend an um zu klären, ob Ihre Bewerbung erwünscht ist bevor Sie Ihre Unterlagen versenden.

Im Gegensatz zu einem Unternehmen nimmt sich der Berater mehr Zeit, Ihre Unterlagen zu prüfen, da möglicherweise ein Bewerber, der nicht auf das eine Stellenangebot passt, wiederum bei einem anderen Projekt geeignet sein könnte. Weiter unterstützt der Berater den Bewerber bei der Optimierung seiner Unterlagen.

Aber bitte bedenken Sie auch: Der Berater wird Ihnen möglicherweise eine Eingangsbestätigung Ihrer Unterlagen senden, allerdings wird er sich nur melden und intensiv mit Ihnen auseinandersetzen – sprich beraten – wenn Ihr Profil zu einem seiner aktuellen Projekte passen könnte. In allen anderen Fällen wird sich der Berater in der Regel nicht bei Ihnen melden! Diese Erwartungshaltung seitens des Bewerbers gehört mit zu den am häufigsten vorkommenden Missverständnissen zwischen dem Berater und dem Bewerber. Hier werden falsche Erwartung nicht erfüllt, die zu unnötigen Entäuschungen führen. Wie Sie das vermeiden können, erklären wir Ihnen hier!

Bei einer beruflichen Neuorientierung werden häufig Lebensläufe an die zehn größten Beratungen in Deutschland verschickt. Ein Brief, der allzu häufig mit „Sehr geehrte Damen und Herren“ beginnt, hat wenige Chancen auf Erfolg. Wenn Sie nicht wissen, wer der für Sie richtige Berater ist, sparen Sie sich lieber das Porto.

Nehmen wir an, Sie arbeiten in der Automobilzuliefer-Branche. Anhand der im Internet verzeichneten Berater können Sie alle Personalberatungen mit dem Schwerpunkt Automobil ausfindig machen. Gehen Sie auf die Homepage der Beratung und überprüfen Sie, ob in den Stellenangeboten nicht schon eine für Sie passende Position angeboten wird. Sie erfahren auf der Homepage auch mehr über den Berater und über seinen beruflichen Hintergrund. Wenn die Personalberatung einen professionellen Eindruck macht und der Berater Ihnen zusagt, starten Sie einen Versuch, mit ihm gemeinsam eine berufliche Neuorientierung zu beginnen.

Wir raten, den Lebenslauf per E-Mail direkt an den Berater zu richten. Sowohl die Branchenspezialisierung und Tätigkeits-schwerpunkte als auch die E-Mail-Adresse sind häufig direkt auf der Homepage ersichtlich. Wird der Lebenslauf per E-Mail verschickt, kann ihn der Berater gleich in seine Datenbank einpflegen und kategorisieren. Der Lebenslauf sollte maximal zwei bis drei Seiten lang sein. Der Berater sollte mit einem kurzen Blick erkennen können, ob Ihr Profil in sein Portfolio passt oder nicht. Falls er nähere Informationen benötigt (bspw. Zeugnisse oder Referenzen), wird er sich bei Ihnen melden. Passt Ihr Profil nicht ins Portfolio, erwarten Sie keine zeitnahe Rückmeldung. Eine Eingangsbestätigung Ihrer Bewerbung und ein Hinweis auf einen verpflichtenden vertraulichen Umgang sollte jedoch die Regel sein.

In der heutigen Zeit bewirbt sich eine Vielzahl von Personen bei Personalberatern. Es ist unmöglich, auf all diese Bewerbungen inhaltlich zu reagieren. Es gilt: Entweder hat der Berater gerade ein aktuelles Mandat für Sie, dann meldet er sich sofort, oder er hat keins, dann meldet er sich nicht. Zumindest werden Sie in die Datenbank eingepflegt. Scheuen Sie sich nicht, eine Vielzahl von (passenden) Personalberatern anzuschreiben. Sie disqualifizieren sich dadurch nicht, sondern Sie erhöhen nur die Chancen, einen Berater mit passendem Portfolio zu erreichen.

Natürlich sollten Sie neben der Branchenspezialisierung auch überprüfen, ob Ihre heutige Position für den Berater interessant ist. Wenn Sie erst drei Jahre Berufserfahrung haben, lohnt es sich üblicherweise nicht, eine Initiativbewerbung an eine auf die Besetzung von Vorstandspositionen spezialisierte Personalberatung zu schicken. Im Ausland ist es bereits üblich, Personalberater bei einer beruflichen Neuorientierung aktiv zu kontaktieren. In Deutschland ist dieser Weg im Kommen. Die Inhalte von Headhunter100.com sollen dazu beitragen, diesen sinnvollen und Erfolg versprechenden Weg weiter zu verbreiten, da er für alle Beteiligten nur Vorteile mit sich bringt.

Headhunter100